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09.08.2021

Standpunkt Digital-Euro

Chancen eines digitalen Euros nutzen
Kernforderungen
  • Das Wahlrecht der Bezahlmethode muss gewahrt bleiben
  • Digital-Euro und Kreditvergabe sollen Hand in Hand gehen
  • Der Digital-Euro muss in das etablierte Finanzsystem integriert werden
Worum geht es?
Kurz erklärt: Digitaler Euro 

Mit einem digitalen Zentral-banken-Euro (sog. Digital-Euro) will die EZB Möglichkeiten zur digitalen Bezahlung ausweiten und eine neue Variante des Zentralbankgeldes in virtueller Form schaffen. Damit gäbe es im Euroraum in Zukunft drei Formen, wie Geld der Europäischen Zentralbank gehalten werden könnte: Bargeld, Einlagen von Banken bei der EZB und den Digital-Euro. In der derzeit laufenden „Explorationsphase“ von zwei Jahren will die EZB das Design und die Umsetzung eines Digital-Euro erarbeiten. 2023 entscheidet die EZB final, ob und in welcher Form der Digital-Euro eingeführt werden soll. Von diesem Zeitpunkt wären es weitere drei Jahre, bis zu einer möglichen offiziellen Einführung. Mit den Plänen einer digitalen Zentralbankwährung ist die EZB zwar weiter als die amerikanische Zentralbank FED, die derzeit keine ähnlichen Konzepte verfolgt. Vorreiter sind jedoch andere Währungsräume: So testet die schwedische Riksbank eine „E-Krona“ und auf den Bahamas ist der „Sanddollar“ als digitale Zentralbankwährung bereits im Einsatz. In China haben Transaktionen mit dem digitalen Yuan die Milliardengrenze in der Testphase deutlich überschritten.

Der Digital-Euro soll bestehende Bezahlmethoden erweitern. 

Trotz steigender Kartennutzung an der Ladenkasse zahlen immer noch 6 von 10 Kunden in Deutschland am liebsten bar, wie eine Umfrage der Bundesbank vom Januar 2020 zeigt. Dem sollte die EZB Rechnung tragen und die freie Wahl der Bezahlmethode garantieren. Der Digital-Euro kann eine Alternative für digitale Zahlungsabwicklungen sein, darf aber nicht darauf angelegt sein, Bargeld gezielt zu verdrängen. Dieses bleibt die einzige Form, Zahlungen ohne die Weitergabe von Daten abzuwickeln. Bargeld ist ein wichtiger Teil der persönlichen Freiheit, den es zu erhalten gilt.

Geldschöpfung und Digital-Euro müssen harmonisiert funktionieren. 

Aus jedem Euro, den die EZB ausgibt, schöpfen Banken im Schnitt zehn Euro Kredit. Man spricht dabei von Giralgeld – im Vergleich zum Zentralbankengeld der Notenbank. Ohne diese Kreditschöpfung würde die wirtschaftliche Entwicklung zum Erliegen kommen. Ein Digital-Euro sollte so konzipiert werden, dass er diesen Prozess unterstützt. Es sollte vermieden werden, dass große Einlagenströme in Digital-Euro umgeschichtet werden. Das würde die Kreditvergabe bremsen und dem Mittelstand seine wichtigste Finanzierungsquelle entziehen.

Der Digital-Euro muss zur Finanzstabilität beitragen.

Die hiesige, dreisäulige Bankenstruktur ist resilient und effizient. Gleichzeitig sind die volkswirtschaftlichen Verflechtungen und Handlungsmuster der Finanzmarktteilnehmer heute komplex und schwer vorauszusagen. Deswegen müssen Geschäftsmodelle zum Digital-Euro auf etablierte Strukturen aufgesetzt werden. Das sorgt für eine hohe Finanzstabilität.

Schutz vor kriminellen Aktivitäten muss sichergestellt werden.

Das Design des Digital-Euro muss Geldwäsche und Cyberangriffen wirksam vorbeugen. Das stellt sicher, dass er von der Gesellschaft als vollwertiges, sichereres Zahlungsmittel akzeptiert wird. 

Der Digital-Euro ist eine Chance, die es zu gestalten gilt.

Ein durchdachter digitaler Euro kann das Bankensystem und die Rolle des Euro als Leitwährung in einer zunehmend digitalisierten Welt stärken. Diese Möglichkeit gilt es zu gestalten und mit betroffenen Akteuren ein schlüssiges Konzept für den Digital-Euro zu entwickeln. Mehrwert für die Kunden und Finanzstabilität sollten oberste Priorität haben.

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