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PolitikspiegelInteressenvertretungStandpunkt
23.07.2026

Standpunkt: Digitaler Euro

Finanzstabilität sichern, Wettbewerb erhalten
Kernforderungen
1. Bestehende Zahlungsverfahren nicht verdrängen 
  • Die Einführung des digitalen Euro darf nicht dazu führen, dass bestehende Zahlungsverfahren, wie zum Beispiel wero oder die girocard, verdrängt werden.
  • Schließlich leisten nationale Kartensysteme schon heute einen wertvollen Beitrag zu Wettbewerb und Resilienz des europäischen Zahlungsverkehrs.
  • Insbesondere die Kundenschnittstelle muss bei den Geschäftsbanken verbleiben. Der digitale Euro muss nahtlos in bestehende Anwendungen der Banken integriert werden.
  • Eine eigene EZB-App würde die Rollenverteilung zwischen Zentralbanken und Kreditinstituten verwischen und kann zu Wettbewerbsverzerrungen führen.
  • Eine bankgestützte Bereitstellung stärkt dagegen Akzeptanz, Nutzerfreundlichkeit und Innovationsfähigkeit. Gleichzeitig bleibt die Vielfalt privater Zahlungsangebote erhalten.
2. Haltelimit auf Zahlungsfunktion des Bargelds ausrichten
  • Die derzeit diskutierten Haltelimits liegen aus Sicht der Kreditwirtschaft zu hoch.
  • Im Krisenfall könnten größere Umschichtungen von Bankeinlagen in den digitalen Euro Auswirkungen auf die Kreditversorgung von Unternehmen und privaten Haushalten haben.
  • Daher sollte das Haltelimit deutlich näher am Wert eines „gut gefüllten Portemonnaies“ liegen und auf etwa 300 bis 500 Euro begrenzt werden.
3. Faires und auskömmliches Vergütungsmodell für Banken
  • Auf die europäischen Banken kommen hohe Entwicklungskosten sowie jährlich laufende Betriebskosten zu. Unabhängigen Schätzungen zufolge könnten die Entwicklungskosten bei bis zu 18 Mrd. Euro liegen.
  • Deshalb ist ein faires Vergütungsmodell erforderlich, damit Banken die notwendigen Investitionen und laufenden Kosten für die Bereitstellung und Abwicklung des digitalen Euro tragen können.
Hintergrund

Die Europäische Zentralbank (EZB) plant für 2029 die Einführung eines digitalen Euros als digitales Zentralbankgeld  für den Alltag. Ziel ist es, Bargeld zu ergänzen und zugleich die europäische Souveränität im Zahlungsverkehr zu stärken.

Der digitale Euro ist aber nicht nur als reines Zahlungsmittel konzipiert, sondern umfasst ebenso eine vollständige technische Infrastruktur zur Zahlungsabwicklung. Dadurch entstehen neue Schnittstellen zu bestehenden privaten Zahlungslösungen und Geschäftsbanken.

Seit November 2025 bereitet die EZB die technischen Voraussetzungen für die Erstausgabe vor. Die Entscheidung darüber, ob der digitale Euro eingeführt wird, fällt nach Abschluss des Gesetzgebungsverfahrens durch den EZB-Verwaltungsrat.

Fotocredit: Picture Alliance

Anlagen

Standpunkt Digitaler Euro(226.49 KB)
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