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Müller betont, dass die gesetzliche Rente allein den Lebensstandard künftiger Generationen nicht sichern könne. Angesichts der demografischen Entwicklung sei eine stärkere Einbindung des Kapitalmarkts unverzichtbar; das geplante Altersvorsorgedepot sei daher „richtig“, doch „ob es erfolgreich sein wird, entscheidet sich an der konkreten Ausgestaltung“, schreibt Müller. Positiv hebt er die wachsende Akzeptanz von Wertpapieren hervor: 2025 investierten laut Deutschem Aktieninstitut rund 14,1 Millionen Menschen in Deutschland in Aktien, Fonds oder ETFs, etwa zwei Millionen mehr als im Vorjahr.
Kritisch bewertet Müller die bislang vorgesehene Förderobergrenze von 1.800 Euro pro Jahr, die für den Aufbau einer spürbaren Zusatzrente nicht ausreiche, und fordert höhere sowie inflationsangepasste Förderbeträge. Zudem wendet er sich gegen die Gleichsetzung von Kapitalmarktanlagen mit kurzfristiger Spekulation und betont, langfristige Investments seien keine „Zockerei“. Als Vorbild nennt der GVB-Präsident das schwedische Rentensystem, in dem 2,5 Prozent des Bruttoeinkommens kapitalgedeckt investiert würden und das Alterseinkommen dadurch stabiler ausfalle. Reformansätze wie Frühstart‑ und Aktivrente seien zwar sinnvolle Ergänzungen, aber zu zaghaft, um die bestehenden Finanzierungslücken zu schließen, so sein Fazit in der „Börsen-Zeitung“.