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InteressenvertretungStandpunkt
18.08.2026

Standpunkt: Finanzielle Bildung

Finanzielle Bildung für junge Menschen stärken
Kernforderungen
1. Finanzbildung im Lehrplan aller bayerischen Schularten verankern
  • Fehlende Finanzkenntnisse verstärken soziale Ungleichheiten, da besonders Menschen aus einkommensschwächeren Haushalten bei Finanz- und Anlageentscheidungen häufiger benachteiligt sind.
  • Finanzbildung muss verbindlich in allen Schularten verankert werden, um Chancengerechtigkeit zu stärken und finanzielle Kompetenzen unabhängig vom Bildungshintergrund zu fördern.
  • Eine frühe und praxisnahe Finanzbildung durch konkrete fächerübergreifende Lehrplaninhalte sowie eine verpflichtende Projektwoche „Finanzielle Bildung“ in der 9. Klasse sind unerlässlich.
  • Es bedarf einer dynamischen Lehrplangestaltung, um neue Entwicklungen wie Neobroker und digitale Finanztrends zeitnah aufzugreifen und Jugendliche auf ein finanziell unabhängiges Leben vorzubereiten.
2. Bayernweite Landingpage aller Finanzbildungsangebote schaffen
  • Mehr als 100 Finanzbildungsinitiativen in Deutschland erschweren die Orientierung. Gleichzeitig fehlen häufig klare Zuständigkeiten und einheitliche Qualitätsstandards.
  • In Bayern besteht ein unübersichtliches Angebot verschiedener Finanzbildungsangebote, wodurch Synergien und Reichweite bisher nur unzureichend ausgeschöpft werden.
  • Das bayerische Kultusministerium sollte eine zentrale Landingpage schaffen, die qualitätsgesicherte Angebote bündelt, Transparenz schafft und Parallelstrukturen verhindert.
3. Nationale Finanzbildungsstrategie für Deutschland umsetzen
  • Der demografische Wandel und die wachsende Rentenlücke erhöhen die Eigenverantwortung bei der Altersvorsorge und machen fundiertes Finanzwissen für Bürgerinnen und Bürger unverzichtbar.
  • Ohne einheitliche Standards und klare Zuständigkeiten bleibt Finanzbildung in Schulen und bei der Erwachsenenbildung oft fragmentiert und entfaltet nicht die notwendige Breitenwirkung.
  • Eine nationale Finanzbildungsstrategie ist erforderlich, um finanzielle Bildung bundesweit verbindlich zu koordinieren und als festen Bestandteil von Schul- und Weiterbildungsangeboten zu etablieren.
Hintergrund

Finanzielle Bildung fördert die individuelle Fähigkeit, Finanzprodukte, -konzepte und -risiken zu verstehen und darauf aufbauend informierte Entscheidungen für das eigene finanzielle Wohlergehen zu treffen.

In Deutschland besteht ein Defizit: Nur 62 Prozent können Grundfragen zu Zins, Inflation und Aktien beantworten. Zentrale Ursachen sind fehlendes Wissen und Unsicherheiten im Umgang mit Finanzprodukten. Im Unterschied zur Sparbuch-Ära stehen jungen Menschen heute vielfältige Investitionsmöglichkeiten offen, weshalb Finanzbildung umso wichtiger ist – nicht zuletzt zur Prävention von Altersarmut. Dennoch geben gerade junge Menschen in Umfragen häufig an, in der Schule nicht ausreichend auf finanzielle Entscheidungen vorbereitet worden zu sein.

In Bayern ist finanzielle Bildung Teil übergreifender Konzepte, ohne als verbindlicher Schwerpunkt in allen Schularten ausgestaltet zu sein. Die Vermittlung erfolgt je nach Schulart und individuellen Schulweg bislang nur punktuell.

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