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30.08.2021

„Bier ist sozusagen in unserer DNA“

Neu gegründete Genossenschaft KOMM.1059 Kommunbrauerei Burgkunstadt will die Brautradition in Oberfranken weiter ausbauen

Was will die KOMM.1059 Kommunbrauerei Burgkunstadt eG erreichen und wie profitieren davon die Mitglieder?

Stephan Herold: Burgkunstadt hatte nachweislich bereits im Mittelalter eine bedeutende Rolle beim Bierbrauen inne. Noch in den 1960er-Jahren brauten sieben ortsansässige Gaststätten ihr eigenes Bier – zumeist in den ehrwürdigen Gemäuern des ehemaligen Kommunbrauhauses. Die KOMM.1059 möchte in erster Linie diese Kommunbrau-Tradition in Burgkunstadt wieder aufleben lassen und dadurch einen aktiven Beitrag leisten, das öffentliche Leben in der oberfränkischen Kleinstadt zu fördern. Die Mitglieder profitieren vor allem durch den Genuss der vielfältigen Biersorten und haben Anteil am Erfolg der KOMM.1059. Zudem werden wir die Teilnahme an der Gemeinschaft fördern, durch aktives Mitgestalten oder Einbringen von Ideen und damit helfen, die Brautradition insbesondere in Oberfranken weiter auszubauen.

Wie ist es überhaupt zur Gründung der Genossenschaft gekommen?

Herold: In Oberfranken mit seiner berühmt hohen Brauereidichte kommt man nur schwer am Gerstensaft vorbei. Bier ist sozusagen in unserer DNA – tief in unserer Seele verwurzelt. Mit der Kommunbrauerei KOMM.1059 wollen wir ein weiteres Kapitel in Burgkunstadts Biergeschichte aufschlagen – mit dem Vorsatz, einfach gutes Bier für unsere Mitglieder, allen Interessenten und für uns zu brauen.

Warum hat man sich genau für die Rechtsform Genossenschaft entschieden? Welche Vorteile sehen Sie darin, eine genossenschaftliche Brauerei zu errichten?

Herold: Der Genossenschaftsgedanke hat uns von Anfang an zugesagt. Es steht nicht die Gewinnerzielungsabsicht im Vordergrund, sondern das gemeinschaftliche Brauerlebnis und die Pflege der fränkischen Wirtshaus- und Festetradition. Durch das breite Wissen und die individuelle Arbeitsleistung der Genossen profitiert die Kommunbrauerei. Außerdem sehen wir die Genossen auch als wichtige und potentielle Kunden der KOMM.1059.

Die Brauanlage ist da: Aufsichtsrat Andreas Herold (v. l.), Aufsichtsratsvorsitzender Ulf Müller, Aufsichtsrat Christian Pauler, Brauer Gerald Poppinger, Vorstandsvorsitzender Thomas Klein, Brauer David Klein sowie der weitere Vorstandsvorsitzende Stephan Herold.

Wie kamen Sie und Ihre Mitstreiter auf die Idee, in der Burgkunstadter Altstadt eine Brauerei zu errichten?

Herold: Der historische Marktplatz Burgkunstadts, gesäumt von schmucken Fachwerkhäusern und der katholischen Pfarrkirche, ist von je her der Mittelpunkt der Kleinstadt. Bis in das Jahr 1967 gab es bereits eine Kommunbrauerei in der Burgkunstadter Altstadt, mit seinen damals zahlreichen Wirtshäusern und den Felsenkellern direkt unter den Häusern zum Lagern des Bieres. Wir freuen uns daher, dass sich auch die neue Kommunbräu KOMM.1059 in diesem Stadtteil befinden wird, um die Tradition an geschichtsträchtigem Ort fortschreiben zu können. Zudem wohnen fast alle Gründungsmitglieder in der Altstadt.

Wie viele Mitglieder hat die Genossenschaft derzeit?

Herold: Zurzeit haben wir 145 Genossinnen und Genossen.

Wie geht es jetzt in den nächsten Monaten weiter?

Herold: In den nächsten drei bis vier Monaten wird das Brauereigebäude umfänglich saniert, renoviert und für den Braubetrieb ertüchtigt. Für den Frühherbst ist das Aufstellen der Brauanlage geplant, die sich bereits im Besitz der Genossenschaft befindet. Im Laufe des Herbstes 2021 soll dann der erste Sud angesetzt werden.

Wie hat Sie der GVB bei der Gründung unterstützt und wie bewerten Sie diese Leistung?

Herold: Wir hatten bisher eine sehr gute Unterstützung durch Max Riedl bei der Gründung der Gesellschaft. Er hat uns Anfang des Jahres auch einen persönlichen Besuch abgestattet.

Welche Hürden mussten Sie bis zur Gründung und bei der Projektplanung überwinden und was können Sie diesbezüglich anderen Genossenschaften in Gründung empfehlen?

Herold: Die Findung der Genossen und das Einsammeln des Genossenschaftskapitals war sehr erfolgreich und leichter als gedacht. Herausforderungen gab es bei der Beauftragung der Handwerker hinsichtlich der Terminabsprachen und der Baukosten. Hier spielen die Pandemie und die Rohstoffknappheit in der Bauwirtschaft eine erhebliche Rolle.

Vielen Dank für das Gespräch!

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