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Als 2023 die Schließung des traditionsreichen, rund 200 Jahre alte Dorfwirtshauses im Marktredwitzer Ortsteil Wölsauerhammer drohte, stand für viele Bürger weit mehr auf dem Spiel als nur der Verlust einer Wirtschaft. Das Wirtshaus galt als sozialer Mittelpunkt des Dorfes: „Wenn nichts da ist im Dorf, dann zerfällt der Zusammenhalt. Dann trifft keiner den anderen mehr“, sagt der langjährige Ortssprecher Norbert Maiwald. Um das Wirtshaus zu retten, entstand die Idee die Genossenschaft Hammerner Dorfkneipe eG zu gründen.
Heute wird die Hammerner Dorfkneipe von rund 180 Mitgliedern getragen und ist ein gelungenes Beispiel dafür, wie bürgerschaftliches Engagement und die genossenschaftliche Idee zur Sicherung regionaler Infrastrukturen beitragen: „Man muss so ein Projekt auch auf ein solides Fundament stellen, um es durchzuführen. Anders funktioniert das nicht“, erklärt Maiwald.
Dabei initiierte Vorstand Maiwald gemeinsam mit weiteren engagierten Bürgerinnen und Bürgern erste Gespräche mit der Stadt Marktredwitz und dem Genossenschaftsverband Bayern. Schnell wurde deutlich, dass für den Erhalt des Gebäudes erhebliche Investitionen notwendig sein würden und gleichzeitig, dass die Herausforderung nur gemeinsam bewältigt werden könnte: „Das Einzige, was hilft, ist, eine Genossenschaft zu gründen“, meint Maiwald.
Nach einer Informationsveranstaltung mit Unterstützung des Genossenschaftsverbands Bayern (GVB) fanden sich schnell zahlreiche Unterstützer. Bereits zur Gründungsversammlung traten rund 60 Personen bei und zeichneten Genossenschaftsanteile. Durch das gemeinschaftliche Engagement und die finanzielle Beteiligung vieler Mitglieder war die Grundlage für die spätere Entwicklung der Genossenschaft gelegt.
„Wir hätten auch einen Verein gründen können. Aber eine Genossenschaft, das ist eine Institution, wo man sagen kann, die hat einen starken Rücken, worauf wir uns verlassen können.“
Um sich finanziell und organisatorisch nachhaltig beteiligen zu können, war die Rechtsform der Genossenschaft für die Bürger von entscheidender Bedeutung. Durch die hohe Beteiligung konnten die erforderlichen Eigenmittel auf viele Schultern verteilt werden.
Hinzu kam die fachliche Begleitung durch den Genossenschaftsverband Bayern: „Wir wurden vom GVB ausführlich beraten, und merkten, auf die Leute kann man sich verlassen.“, berichtet Maiwald. Die rechtliche Prüfung und regelmäßige Kontrolle stärken das Vertrauen der Mitglieder und tragen dazu bei, das Projekt wirtschaftlich stabil aufzustellen. Für die Verantwortlichen war die Genossenschaft deshalb nicht nur ein Finanzierungsmodell, sondern vor allem ein verlässliches Fundament.
Dort, wo einzelne Akteure an ihre Grenzen stoßen, kann gemeinschaftliches Handeln und eine geeignete Rechtsform nachhaltige Perspektiven schaffen. Die Genossenschaft ermöglichte in diesem Fall nicht nur die Rettung eines historischen Wirtshauses, sondern auch den Erhalt eines wichtigen sozialen Treffpunkts.
Einen ausführlichen Bericht finden Sie in unserem Mitgliedermagazin "Profil".
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Sie möchten auch eine Genossenschaft gründen? Melden Sie sich gerne bei unserem GVB-Expertenteam, das in den vergangenen zehn Jahren mehr als 300 Gründungen betreut hat: